Porträt des Künstlers Albrecht Gehse

Nationalgalerie: Meine Eltern stoßen mit meiner Frau und mir, Helmut Kohl und Christoph Tannert an Helmut Kohl, Ausstellung KunstAllianz 2005 Gasometer 2016, Frank-Walter Steinmeier
Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und der Künstler Albrecht Gehse bei der Ausstellungseröffnung im Gasometer am 8. Mai 2016 Auch der frühere Außenminister Joschka Fischer war Gast der Ausstellungseröffnung Christoph Stölzl (l.) mit EUREF-Chef Reinhard Müller
Gasometer 2016, Franz Beckenbauer vor dem Bild meines Vaters Franz Beckenbauer in der Gasometer-Ausstellung Albrecht Gehse mit Joschka Fischer, Gasometer
Gasometer 2016 Wolfgang Lippert Museum der bildenden Künste Leipzig, Albrecht Gehse „Der Kohlenmann“, 1981, 179/109,4 cm
Selbst mit meinem verehrten Lehrer Prof. Bernhard Heisig Albrecht Gehse und Prof. Werner Tübke, Leipzig 2003 Mein treuer Assistent und Freund Prof. Manfred Panknin
Mein Lehrer im Grundstudium, Prof. Mayer-Foreyt Prof.Gehse, Collége des Ingénieurs Albrecht Gehse in seinem Atelier
Atelier in Eiswerder Neues Atelier auf der Insel Eiswerder I Neues Atelier auf der Insel Eiswerder II
Denisas Sohn Thomas, meine Kinder Konrad, Maya, Ronja und Constantin Meine Geschwister Roberta, Daniela, Angelika und Marcus
Ronja mit Albrecht Ronja mit Denisa

Ronja mit Papa Albrecht Ronja mit Denisa
Elena, Thomas. Albrecht Gehse und Ronja



Albi mit Eltern in Borsdorf
Mein Großvater, der Maler und musizierende Dichter Ludwig G'schrey (1907-2002)
Denisa Gehse 
Hecht vor Rügen Meine Angeln Müritz-Riesenhecht
Ostseelachs
Fischen mit Sohn Constantin in Dänemark
Großer Dorsch
Denisa mit Fisch Madagaskar I Madagaskar II
Müritzhecht
Reunion
Mein Schiff auf Bornholm

Der Kapitän der Valentyne Suite
Mein Steuerpult
Albrecht Gehse mit selbstgebautem Boot, 12 Jahre alt

Im Halbfinale der Berliner Meisterschaften im Doppel (Frank Kasiske, mehrfacher Berliner Meister, ehemals 2. Bundesliga, mein Trainer und Mannschaftskollege)
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Albrecht Gehse ist beileibe kein Waschlappen. In jedem Abenteuerfilm würde er eine führende Rolle übernehmen. Entweder spielte er den Gutsbesitzer, der sich verteidigt, machte bei den Musketieren mit oder gehörte als ihr Anführer zu der Meute, die apokalyptische Feste feiert. Und der Maler Albrecht Gehse feiert grandios. Er feiert mit Fisch und Brot. Dazu gibt es Wein in Strömen. Er ist ein Menschenfänger und weiß genau, wie er seine Anhänger zu sammeln vermag. Es ist die Verheißung des Lebenssinns. Auf vielen seiner Bilder zeigt er uns den Fisch, nimmt die Erkenntnisbereiten mit zur Fahrt auf Hohe See“ und wirft die Netze aus. Reiche Ernte. Das ist Religion. Seine Bilder bergen christliche Metaphern. Der Fisch labt die Bedürftigen und bedroht die Hoffärtigen. In rasanter Fahrt spult Albrecht Gehse vor den Augen seiner Betrachter deren Möglichkeiten ab, Lebensentscheidungen zu treffen, die tatsächlichen und die spirituellen. Es geht bei ihm derb und rau zu, aber auch verständnisvoll und leidenschaftlich. Jeder soll sein Vergnügen haben, wird herzlich eingeladen mitzumachen bei seiner grandiosen, allegorischen Orgie. Gehse´s Bilder sind einerseits kalkulierte Oberfläche, andererseits Ekstase. Er verrätselt das Leben nicht, sondern zeigt seinen Betrachtern, dass das Leben unter der Oberfläche ein Rätsel ist. Demjenigen, der sich auf ihn einlässt, enthüllt Gehse Geheimnisse der Natur, die gestaltende Kraft des Wassers, des Himmels und der Kreatur. Der von ihm in den Bildern entworfene Mensch ahmt nach, will sich behaupten in diesem Reigen der Unersättlichkeit. Der Mensch ist Akteur des Guten und des Bösen, aber auch Opfer seiner Gier und Zerstörungswut. Das kolossale Menschenbild Gehse´s ist dem des Gross, des Dix und des Tübke verwandt. Und doch geht er seinen eigenen Weg. Gehse klagt nicht an, wenn er in seinen Werken uns selbst zu Zeugen des Menschlichen ernennt. Er lässt uns bis zum Exzess durch seine Bilder toben, aber dann verordnet er Ruhe, Besinnung auf das Wesentliche und hisst die Flagge der Gebrechlichkeit des menschlichen Lebens, des Alters und der Weisheit. Das zarte Lebensverständnis des groben Seemanns und Malers Albrecht Gehse ist das eigentliche Wesen seiner Bilder, verletzlich zu sein, aber nicht verletzend. Der Maler verwirklicht mit seinen Bildern den Auftrag, auch das weiterzugeben, was er von seinem Großvater, dem Dichter- und Malerfreund Ludwig G´schrey, erfahren hat:

 

Wege gehn´

 

Wege gehn´ tragen
dich für kurze Zeit,
Bäume stehen und fragen
dich nach deinem Leid,
weite Wiesen hauchen,
ihren Duft dir ein
und die Vögel tauchen
sich im Wasser rein 

 

Siehst du auch beim Gehen
Dich in dieser Welt
Fühlst Du ein Geschehen
Wenn der Regen fällt? 

 

Berlin, den 25.01.2010 

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski